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Christian Friedrich Daniel Schubart

Winterlied eines schwäbischen Bauernjungen
(1783)

Mädel, 's ist Winter, der wollichte Schnee, 
Weiß wie dein Busen, deckt Täler und Höh.

Horch, wie der Nordwind ums Häuslein her pfeift! 
Hecken und Bäume sind lieblich bereift.

Mädel, 's ist Winter, die Bäche sind Eis; 
Dächer der ländlichen Hütten sind weiß; 
Grau und ehrwürdig, im silbernen Flor, 
Streckt sich der stattliche Kirchturm empor.

Mädel, 's ist Winter. Mach's Stüblein fein warm; 
Setz dich zum Ofen und nimm mich in Arm! 
Lieblich und kosend wie rosichten Mai 
Führt uns die Liebe den Winter vorbei.

Drehst du mit Fingern, so reinlich wie Wachs, 
Seidene Fäden vom silbernen Flachs, 
Schüttl ich die Ageln dir schäkernd vom Schurz, 
Mache die Nächte mit Märlein dir kurz.

Mädel, 's ist Winter. O wärst du schon mein! 
Schlüpt ich ins blähende Bettlein hinein; 
Nähm dich, mein herziges Liebchen! in Arm; 
Trotzte dem Winter. Denn Liebe macht warm. -


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