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Christian Friedrich Daniel Schubart

Warnung an die Mädels
(1783)

Es sah ein Mädel jung und zart
  Einst einen Offizier.
Das Port d'Epée, die Achselschnur
Und seine modische Frisur
  Behagte trefflich ihr.

Willst mich? so fragt der Offizier
  Das Mädel husch: - Ich will! -
Drauf war das Pärlein wohlgemut,
Auch ging's dem Weiblein anfangs gut,
  Sie hatte Hüll und Füll.

Solang der Krieger fechten kann,
  Hält man ihn lieb und wert.
Doch wenn ihm Jugendkraft gebricht;
So wird des Fürsten Angesicht
  Gar bald von ihm gekehrt.

Taratara! ins Feld! ins Feld! -
  Das arme Weiblein schreit;
Denn bald Kartätschenfeuer kam
Und schoß ihr liebes Männchen lahm,
  Bei aller Tapferkeit.

Da lag der lahme Krieger da,
  Ihn heilte keine Kur;
Er hinkte nun am Krückenstab;
Der Fürst ihm seinen Abschied gab -
  Jedoch in Gnaden nur.

Das arme Pärchen wandert nun
  Auf Bettelfuhren fort.
Doch endlich ging der lahme Held
Von einem Strohsack aus der Welt
  Und kam an bessern Ort.

Da jammert nun das arme Weib
  Auf seinem Grab und spricht
«Ihr Mädels - alles in der Welt,
Nehmt Männer, wie es euch gefällt,
  Nur einen Kriegsmann nicht!»


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