Christian Friedrich Daniel Schubart
Mädchenlaune
(1781)
Die Mädels sind veränderlich,
Heut so und morgen so,
Kaum zeigt ein Rosenwölklein sich,
So sind sie hell und froh!
Doch morgen? -
Ei, wie geschwind
Dreht sich der Wind!
Sobald ein rauhes Lüftlein weht,
Grämt sich das Mädel tief;
Ein Zährlein ihr im Äuglein steht,
Das Mündlein krümmt sie schief.
Doch morgen? -
Tralla la la!
Hopsa sa sa!
Das Mädlein siehe dich liebreich an,
Du traust dem schlauen Blick
Und schwindelst auf zur Sonnenbahn
Und träumst von deinem Glück.
Doch morgen? -
Kennt sie dich kaum;
Nichtiger Traum!
Ihr Mädels, dreht mir noch so süß
Die Äuglein hin und her,
Und kämt ihr aus dem Paradies,
So traut ich keiner mehr.
Ihr Falsche!
Heut seid ihr heiß!
Morgen wie Eis!
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